INTERVIEW MIT PROOWNEZ (FIFA YOUTUBER)

DANNY LIEPOLT AKA PROOWNEZ – FIFA YOUTUBER Danny Liepolt aka Proownez ist Deutschlands erfolgreichster FIFA Youtuber, FOKUS CLAN Member und bei Stark Esports gesigned. Als […]

12. August 2020
DANNY LIEPOLT AKA PROOWNEZ – FIFA YOUTUBER

Danny Liepolt aka Proownez ist Deutschlands erfolgreichster FIFA Youtuber, FOKUS CLAN Member und bei Stark Esports gesigned. Als Content Creator und Influencer konnte er uns viele Insights über die Zusammenarbeit mit jungen Talenten im Bereich Esports liefern und einen tieferen Einblick über seine Herangehensweise bei Partnerschaften vermitteln.

 

 

 

Welche Gründe sprechen für eine Partnerschaft mit einem Influencer / Testimonial im Esports-Bereich?

Man erreicht eine Zielgruppe, zu der man sonst auf anderem Wege nur sehr schwer Zugriff hat. In meinem Fall sind es junge Männer, die an Fußball und Gaming interessiert sind. Die interessieren sich nachweislich deutlich weniger für Fernseh- oder Plakatwerbung. Außerdem kann man genau einsehen, wen man tatsächlich mit dem Content erreicht hat und hat so eine klar definierte Zielgruppe ohne unnötig viel Streuverlust. Deswegen macht es in meinen Augen sehr viel Sinn, mit einem Esportler oder einem Influencer in dem Bereich zusammenzuarbeiten. Wir sprechen hier auch von einer extrem aktiven Community – das sieht man auch daran, wie viel die Videos geklickt werden. Die Interaktion bei Instagram oder in den Kommentaren ist megastark. Man kann das einfach nicht mit Werbeschaltungen im Fernsehen vergleichen, die in meinen Augen sowieso kaum jemand wirklich sieht, weil alle entweder auf der Toilette sind oder sich gerade Snacks holen. Wenn man am Anfang vom Video etwas erwähnt, dann weiß man, dass die Community auch darauf reagieren und Feedback dazu geben wird. Man könnte also sagen, dass man die Fans weitaus geradliniger adressieren kann, als bei einem breiteren Medium.

 

Wie gehst du auf die Wünsche einer Marke ein, wenn ein Partner auf dich zukommt?

Ich versuche natürlich, soweit es geht, auf die Wünsche meiner Partner einzugehen und habe hierbei auch Unterstützung von meiner Agentur RABONA. Es kommt aber auch immer ein bisschen auf die Wünsche an. Es ist mir sehr wichtig nur authentische Inhalte auf meinem Kanal zu schalten. In den meisten Fällen bringe ich meine Ideen ein und gebe Tipps, wie es am besten bei der Zielgruppe ankommt und sinnig ist. Dann bringt der Partner seine Vorstellungen mit ein und man trifft sich in der Mitte. Im Endeffekt kommt man sich entgegen und findet einen Kompromiss für authentische Videos, bei denen der Partner auf seine Kosten kommt.

 

Hast du schon mal erlebt, dass ein Sponsor mit einer Idee auf dich zugekommen ist, die du als komplett unauthentisch und als nicht zum Kontext passend empfunden hast?

Ich hatte schon sehr häufig Anfragen, die ich abgelehnt habe. Das lag nicht nur unbedingt daran, dass sie ein komisches Konzept hatten. Es gibt manchmal einfach Partner, die nicht zu meinem Kanal oder meinen Werten passen. Ein gutes Beispiel hierfür sind Wettanbieter, die auf mich zukommen und Werbung für Sportwetten machen wollen. Ich habe zwar die passende Zielgruppe, aber die meisten sind noch so jung, dass ich keine Lust habe, sie dazu zu animieren, mit Sportwetten anzufangen.

 

Arbeitest du strikt nach Briefing oder lassen sich die Partner frei gestalten?

Alles, was im Briefing steht, ist auf jeden Fall mit dabei. Es gibt ja immer bestimmte Kernaussagen, die unbedingt drin sein sollen. Aber ich habe die volle Freiheit bezüglich allem, was mit der Gestaltung, der Wortwahl oder der Nennung von Beispielen angeht. Aber von dem, was im Briefing steht, ist 100 % drin.

 

Welche Vorteile bietet eine Partnerschaft mit einem Influencer im Bereich Esports im Vergleich zu beispielsweise Agenturen oder Eventveranstalter?

Ich finde, dass die Verbundenheit zwischen dem Influencer und seinen Zuschauern meistens ein bisschen größer ist als beispielsweise bei einem Event. Wenn ich irgendwelche Turniere schaue, dann will ich in erster Linie sehen wie die Leute spielen und auch ein bisschen etwas lernen. Aber wenn ich mir wiederum einen Youtuber bzw. guten Gamer anschaue, dann gucke ich ihn meistens, weil ich ihn cool finde und auf seine Meinung vertraue und ihn für seine Skills feier. Das ist schon mal ein großer Unterschied. Bei Youtubern handelt es sich auch meistens um Einzelpersonen – das macht das Ganze dynamischer umsetzbar. Bei mir klappt das eigentlich immer sehr kurzfristig und flexibel. Man hat dementsprechend auch die Möglichkeit, noch während der Aktivierungen Änderungswünsche anzubringen.

 

Welche Sponsorship Aktivierung ist dir am prägnantesten im Kopf geblieben, insbesondere in Bezug auf den Esports-Markt?

Neben den Partnerschaften mit Audi, funny-frisch und Zurich Versicherung meines Esports-Teams FOKUS CLAN, die wir wirklich sehr authentisch umsetzen und in unseren normalen Content einfließen lassen, ist es vor allem eine Kampagne, bei der ich selber involviert war – die Adidas-GMR-Kampagne. Bei dem Produkt handelt es sich um einen Chip, den man in die Schuhsohle stecken kann. Damit geht man dann auf den Fußballplatz, erfüllt bestimmte Challenges und wird dafür in der App von Fifa Mobile belohnt. Zum einen fand ich die Idee megacool Real-Life-Fußball mit der digitalen Welt und Esports zu verbinden. Zum anderen hat mir die ganze Aufmachung sehr gut gefallen. Man hatte mehrere Influencer und große Namen aus dem Bereich des Esports dabei und hat jeden anders in Szene gesetzt. Ich habe beispielsweise meine Skills auf dem Fußballplatz gezeigt. MoAuba, der Fifa-Weltmeister und mein Teampartner im FOKUS CLAN, ist ein bisschen mehr auf die Parallelen zwischen Real-Life-Fußball und der digitalen Welt eingegangen. Dann hatten wir noch eine weibliche Fifa-Spielerin dabei, Janina aka Akkcess, die ein bisschen besser im Erklären ist und die das gesamte Konzept dahinter zusammengefasst hat. Ich fand die Kampagne auf jeden Fall megacool. Und so etwas ist dann auch sehr einfach authentisch umzusetzen, weil es etwas ist, was ich selber richtig feiere und weiß, dass meine Zielgruppe das auch richtig cool findet. Es wurden richtig viele Leute damit erreicht, und das Feedback war auch überragend.

 

Wenn du dir eine Wunschpartnerschaft und ein Wunschprojekt ausmalen könntest, wie würde dieses aussehen?

Es geht für mich immer darum bei Partnerschaften, dass man es möglichst authentisch macht. Dass es ein cooles Produkt ist und das die Art und Weise, wie es dann am Ende integriert ist, auch bei den Zuschauern gut ankommt. Und genau das war bei der Adidas-Kampagne der Fall. Man hat sich wirklich Gedanken gemacht und das finale Video war dann so hochwertig, dass ich mir sicher sein konnte, dass es meiner Community gefallen wird. Und wenn man das so hinbekommt, dann ist das für mich eine optimal gelaufene Kampagne. Zusammengefasst kann man sagen, dass eine Wunschpartnerschaft eine ist, mit der ich mich identifizieren kann, die authentisch ist und die sogar Mehrwerte für meine Community mit sich bringt.

 

Wenn du jetzt fünf Jahre in die Zukunft denkst – glaubst du, dass es Megastars in ähnlicher Form geben wird wie beispielsweise ein Cristiano Ronaldo?

Da muss man gar nicht fünf Jahre in die Zukunft schauen. Vereinzelte Gamer haben es bereits geschafft, zum absoluten Weltstar zu werden. Ein gutes Beispiel ist Ninja, der in manchen Monaten sogar eben jenen Christiano Ronaldo von seiner Reichweite überholt hat. Vom Bekanntheitsgrad her kann man ihn meiner Meinung nach fast schon mit Weltstars vergleichen. Das ist aber natürlich noch längst nicht der Regelfall, jedoch sehe ich, dass der Esports-Bereich von Jahr zu Jahr massiv wächst. Es kommt natürlich auch immer ein bisschen auf den Esports-Bereich an. Momentan kann ich mir nur schwer vorstellen, dass digitaler Fußball mal genau so groß wird wie realer Fußball, auch wenn die Entwicklung unglaublich rasant und spannend ist. Wir haben ja beispielsweise auch Esports-Bereiche wie League of Legends oder Fortnite, wo es auch Leute gibt, die extrem viel erreichen.

 

Kannst du dir eine Hybridform vorstellen, bei der die digitale Sportwelt mit der realen Sportwelt verschmilzt?

Ich finde es momentan absolut in Ordnung, dass beides komplett getrennt ist. Für möglich halten würde ich es aber auf jeden Fall. Es gab ja auch die Bundesliga-Home-Challenge, bei der Fußballvereine ihre Spieler an die Konsole geschickt haben und die dann gegeneinander angetreten sind. Das wurde meiner Meinung nach auch ziemlich gut umgesetzt! Von den meisten Fußballstars weiß man ja auch selber, dass die gerne auch mal nebenher ein bisschen an der Konsole zocken. Und bei den Fans ist es meiner Meinung nach auch die Mehrheit – vor allem unter den Jüngeren.

Man merkt ja auch, dass es sich immer weiter vermischt. Als Werder Bremen Deutscher Meister geworden ist, wurde vor der Partie auch eine große Meisterfeier im Stadion abgehalten. Es wurde den Fans verkündet, dass sie auf dem virtuellen Rasen Deutscher Meister geworden sind. Und dann wurde gefeiert! Genauso in den Niederlanden auch – da wurde ein unbekannter Klub auf einmal an der Konsole niederländischer Meister. Und das haben die dann natürlich gebührend mit ihren Fans und ihrem Verein gefeiert. Man merkt auf jeden Fall eine größere Verbundenheit als in der Vergangenheit und wenn sich das in Zukunft auch noch weiter so entwickelt, dann ist so was möglich!

 

Hier geht’s zum Whitepaper: „FANS DON’T COME TO WATCH BANNERS!“